Schon auf der Hardbrücke wird mir bewusst, wie unangenehm die bevorstehende Heimfahrt sein wird. S-Bahnen sind im Allgemeinen ein Magnet der komischen Leute, nachts auch der betrunkenen Teenies, und nachts nach der FCZ-Meisterfeier am meisten zu meiden, da auch Fussballfanfangbecken.
Trotzdem, ich will nach Hause, und für ein Taxi ist mir das Geld zu schade; die halbe Stunde werde ich wohl noch überleben.
Ich finde sogar einen Sitzplatz, neben einem älteren Herrn, gegenüber von einem jüngeren, beide ohne Schals aber leider nicht weit der grölenden Bubis. "FC Züri olé! FC Züri olé! FC Züri olé!" Gopferdamminomol. Der Mann neben mir gibt leicht empörte Laute von sich. Die Bubis schreien weiter. Ich stelle Musik an, die gegen die "Süüd-kur-fääh!"-Parolen nicht ankommt. Aber es hilft ein wenig beim Distanzieren. Trotzdem, ich möchte aufstehen und diesen Tublen ins Gewissen reden, ins Gesicht schreien möchte ich ihnen, zuschlagen sogar. So wenig Rücksicht kann man gar nicht nehmen.
Wieder das empörte Gebrummel von nebenan. Ich frage mich, was mich mehr nervt, die Jungs oder der Mann. Auf halber Strecke verlassen uns die meisten Schreihälse, sowie die meisten anderen Passagiere. Aber Ruhe kehrt nicht ein. Die beim Ausgang Sitzenden bekommen Antwort von solchen hinter uns, und der Mann (er hat übrigens einen Schnautz) macht Geräusche in Richtung der Frau im Abteil ebenan, die sichtlich genervt ist, aber sich nicht mit ihm verbünden will. Der Mann scheint langsam zu merken, dass weder sie noch ich uns mit ihm unterhalten wollen, und ändert die Taktik: jetzt verheme ich immer mal wieder ein Lachen von ihm, wenn die Kleinen dumme Sprüche hin und her geben. Eigentlich sind es nicht einmal dumme Sprüche, sondern immer wieder die selben Parolen. Südkurve scheint die Osttribühne gefunden zu haben. Ich stelle mich schlafend, aber das hilft nicht. Manchmal wünsche ich mir, hörgeschädigt zu sein und das Gerät hinter dem Ohr einfach ausstellen zu können. -Nein ich bin froh, gesund und unbehindert zu sein, da kann ich ja noch mal eine solche Situation in Kauf nehmen für. Rede ich mir ein. Ich rede mir schon ein, dass es mich fröhlich stimmen sollte, diese Jungen so zu sehen, ist doch besser, als wenn sie den ganzen Abend vor dem Computer sässen. Hier jedoch beginne ich, meinem Wertesystem zu misstrauen: vielleicht täten sie besser daran, vor der Glotze zu sitzen statt hier, so assozial wie die sind.
Was genau ich unter assozial verstehe, ist mir jetzt grad auch nicht klar, immerhin sind sie eine Gruppe, sind fröhlich, kommunizieren, stellen Kontakt her mit anderen Reisenden, während ich allein vor mich hin murre und die Menschen um mich herum allesamt als störend empfinde.
Vielleicht ist es ganz gut, dass auch ich manchmal alleine vor dem Computer sitze.
Ob er gerne Crème und Zucker hätte, hat meine Kollegin den Gast gefragt, und er hat geantwortet: "Schwarz! Das soll ja bekanntlich schön machen." Ich stand mit dem Rücken zu ihm und habe gesagt: "Kalt. Kalter Kaffe soll schön machen, nicht schwarzer. Regen und kalter Kaffe." Sprüche bezüglich sonniger Kindheit oder "Aber aufpassen, dass es nicht kitschig wird!" habe ich mir verkniffen. Obwohl's mir auf der Zunge gelegen hätte.
Sonntag, 31. Mai 2009
Donnerstag, 21. Mai 2009
Begegnungen im Freien
Heute, beim Joggen, habe ich ganz viele Leute getroffen. Es war halt schönes Wetter und ein Frühing und die Gegend ist auch ganz schön, und draussen sein soll doch gut tun, deshlab waren die wohl da. Nicht wegen mir. Ich habe die auch nicht gekannt, was mir ganz recht war.
Eigentlich möchte ich beim Joggen meist niemanden treffen, weil dann muss man immer "Grüezi" keuchen und die anderen sagen auch "Grüezi", und manchmal machen sie lustige Bemerkungen wie "Nur noch eine halbe Stunde." oder "Super! Gesund!", und dann muss ich lachen, also nicht weil ich es lustig finden würde, sondern weil es sehr unfreundlich wäre, regungslos weiterzurennen. Ein freundliches Zusammenleben, dem möchte ich ja nicht entgegenwirken. Und es irritiert mich dann auch, wenn mir plötzlich ein mürrisches Paar entgegenkommt, die nicht mal grüssen, das regt mich noch mehr auf als all die netten Leute, weil mit ihrer schlechten Laune könnten sie grad zu Hause bleiben, finde ich. Diese Regung erschreckt mich dann selber ein wenig.
Aber bevor ich mehr darüber nachdenken kann treffe ich schon auf die nächste glückliche Familie, die mit Sonnenbrille und Velohelm mir entgegen radet und mich dazu zwingt, mich darauf zu konzentrieren, nicht in den Fluss zu fallen, anstatt meine ignoranzliebende Haltung zu überdenken. Bei besagten Familien gibt es zwei Sorten: Die guten, bei denen der Vater wegebnend vorauskurft, dicht gefolgt vom süssen Bub; kleiner Abstand, dann folgt das hübsche Mädchen, welches zu den Enten blickt oder den Schmetterlingen, dahinter die Mutter, die sonst wahrscheinlich Yoga macht und einen 50%-Job hat. Und dann gibt es die weniger guten, bei denen der Vater gerade anhält und genervt auf den Rest wartet; der Bub und das Mädchen treten hart in die Pedalen und studieren den Boden, hinter ihnen die verschwitzte Mutter.
Durchbrochen wird dieses Muster immer wieder von Spaziergängern, welche weniger oft im Familienverband auftreten, dafür umso öfters mit Hund. Junge Paare, alte Paare, Freunde, Einzelne, Mutter mit Kind, zwei Mütter mit vier Kindern, zwei Frauen mit einem Mann. Meist mit schwarzem Labrador, aber auch Schäfer, Spitz, Strassenmischungen und alles andere sind vertreten. Hierbei besonders interessant: Leute mit mehreren Hunden. Die sind nämlich meist unterschiedlicher Rasse, oftmals sehr unterschiedlich, heute zum Beispiel begegnete mir ein mittelalterlicher Mann mit Beagle und Windhund. Da frage ich mich ein wenig, wie man denn hier analysieren könnte, wenn man behauptet, Hund und Herrchen seien sich meist ähnlich.
-Wieso auch immer, beim Anblick dieser Leute verspüre ich den Wunsch, auch mit Hund unterwegs zu sein. Nicht, um ein Zugehörigkeitsgefühl zu genereieren, im Gegenteil; vielleicht, weil die Leute dann den Hund anschauen würden, und nicht mich. Der würde dann auch das Grüssen für mich übernehmen. Oder wir würden uns gleichen, wer weiss.
Eigentlich möchte ich beim Joggen meist niemanden treffen, weil dann muss man immer "Grüezi" keuchen und die anderen sagen auch "Grüezi", und manchmal machen sie lustige Bemerkungen wie "Nur noch eine halbe Stunde." oder "Super! Gesund!", und dann muss ich lachen, also nicht weil ich es lustig finden würde, sondern weil es sehr unfreundlich wäre, regungslos weiterzurennen. Ein freundliches Zusammenleben, dem möchte ich ja nicht entgegenwirken. Und es irritiert mich dann auch, wenn mir plötzlich ein mürrisches Paar entgegenkommt, die nicht mal grüssen, das regt mich noch mehr auf als all die netten Leute, weil mit ihrer schlechten Laune könnten sie grad zu Hause bleiben, finde ich. Diese Regung erschreckt mich dann selber ein wenig.
Aber bevor ich mehr darüber nachdenken kann treffe ich schon auf die nächste glückliche Familie, die mit Sonnenbrille und Velohelm mir entgegen radet und mich dazu zwingt, mich darauf zu konzentrieren, nicht in den Fluss zu fallen, anstatt meine ignoranzliebende Haltung zu überdenken. Bei besagten Familien gibt es zwei Sorten: Die guten, bei denen der Vater wegebnend vorauskurft, dicht gefolgt vom süssen Bub; kleiner Abstand, dann folgt das hübsche Mädchen, welches zu den Enten blickt oder den Schmetterlingen, dahinter die Mutter, die sonst wahrscheinlich Yoga macht und einen 50%-Job hat. Und dann gibt es die weniger guten, bei denen der Vater gerade anhält und genervt auf den Rest wartet; der Bub und das Mädchen treten hart in die Pedalen und studieren den Boden, hinter ihnen die verschwitzte Mutter.
Durchbrochen wird dieses Muster immer wieder von Spaziergängern, welche weniger oft im Familienverband auftreten, dafür umso öfters mit Hund. Junge Paare, alte Paare, Freunde, Einzelne, Mutter mit Kind, zwei Mütter mit vier Kindern, zwei Frauen mit einem Mann. Meist mit schwarzem Labrador, aber auch Schäfer, Spitz, Strassenmischungen und alles andere sind vertreten. Hierbei besonders interessant: Leute mit mehreren Hunden. Die sind nämlich meist unterschiedlicher Rasse, oftmals sehr unterschiedlich, heute zum Beispiel begegnete mir ein mittelalterlicher Mann mit Beagle und Windhund. Da frage ich mich ein wenig, wie man denn hier analysieren könnte, wenn man behauptet, Hund und Herrchen seien sich meist ähnlich.
-Wieso auch immer, beim Anblick dieser Leute verspüre ich den Wunsch, auch mit Hund unterwegs zu sein. Nicht, um ein Zugehörigkeitsgefühl zu genereieren, im Gegenteil; vielleicht, weil die Leute dann den Hund anschauen würden, und nicht mich. Der würde dann auch das Grüssen für mich übernehmen. Oder wir würden uns gleichen, wer weiss.
Donnerstag, 14. Mai 2009
Ich habe die Ansprechangst
Diese Woche habe ich bemerkt, wie sehr Jordanien und seine heiratswilligen Bewohner einen Eindruck bei mir hinterlassen haben:
Ich sass im Zug im Bahnhof Zürich, und wartete darauf, dass er abfährt. Wie immer um halb 10 abends ist es ein alter, ausländischer Waggon, mit 6er-Abteilen, die ich so mag. Es setzten sich noch 2 Frauen in mein Abteil, und dann ein Typ. Er setzt sich mir gegenüber, und ich stöhne innerlich auf. Prophylaktisch stecke ich die Stöpsel in die Ohren und höre schlechte Musik, in der Hoffnung, das könnte ihn abschrecken. Da fällt mir auf, dass dies ein Schuss nach hinten sein könnte, dem Kleiderstil nach könnte mein Gegenüber Enrique Iglesias-Fan sein. -Mir ist sowieso nicht nach Musik, also wieder weg damit.
Bis Dietikon vermeide ich krampfhaft auch nur den leisesten Verdacht auf Augenkontaktaufnahme, was nicht so leicht ist, sitzt der Typ doch genau mir gegenüber, und weil's draussen dunkel und innen hell ist, spiegeln wir uns im Fenster.
Als das Schild der BDB vorbeizieht, kommt mir der Gedanke, dass vielleicht der Mann mich gar nicht anschaut. Ich weiss es nicht, da ich ihn ja ums Verrecken nicht ansehen will. Wäre ja nicht so abwegig, zumal ich einen anstrengenden Tag hatte und dementsprechend aussehe. Desweiteren bin ich hier schliesslich nicht die Ausnahme mit meinem europäischen Aussehen und dem dazugehörigen Pass. - Auch, dass der Mann sich ausgerechnet mir gegenüber gesetzt hat, scheint mir nicht mehr wirklich ein Zeichen der Anmache zu sein, immerhin befand er sich im Dilemma des 6er-Abteils:

Also, auf Sitz 1 sitze ich, als erste. Die nächste Frau nimmt auf Nummer 4 Platz, die dritte auf Nummer 3. Jetzt, der Typ, der springende Punkt: Er hat die Wahl zwischen a) sich direkt neben jemanden setzen (Nummer 5) oder b) sich direkt jemandem gegenüber setzen (Nummer 6). Sitz Nummer 2 wird gar nicht erst in Betracht gezogen, der ist ja zwischen zwei Sitzenden und somit ein allseitig anerkanntes No-Go. Was also tut der Mann? - Diese schematische Darstellung lässt logisch darauf schliessen, dass ers ich auf Platz Nummer 6 setzten muss, denn gegenübersitzen ist längst nicht so aufdringlich wie nebensitzen, wenn man noch einen Platz auslassen könnte.
Während ich mir das überlege, sind wir bereits am Halten, und als ich aufblicke, hat er sich schon erhoben, er hält mir die Zwischentür auf beim Aussteigen, und weg ist er, ohne auch nur ein Wort gesagt zu haben.
Ich sass im Zug im Bahnhof Zürich, und wartete darauf, dass er abfährt. Wie immer um halb 10 abends ist es ein alter, ausländischer Waggon, mit 6er-Abteilen, die ich so mag. Es setzten sich noch 2 Frauen in mein Abteil, und dann ein Typ. Er setzt sich mir gegenüber, und ich stöhne innerlich auf. Prophylaktisch stecke ich die Stöpsel in die Ohren und höre schlechte Musik, in der Hoffnung, das könnte ihn abschrecken. Da fällt mir auf, dass dies ein Schuss nach hinten sein könnte, dem Kleiderstil nach könnte mein Gegenüber Enrique Iglesias-Fan sein. -Mir ist sowieso nicht nach Musik, also wieder weg damit.
Bis Dietikon vermeide ich krampfhaft auch nur den leisesten Verdacht auf Augenkontaktaufnahme, was nicht so leicht ist, sitzt der Typ doch genau mir gegenüber, und weil's draussen dunkel und innen hell ist, spiegeln wir uns im Fenster.
Als das Schild der BDB vorbeizieht, kommt mir der Gedanke, dass vielleicht der Mann mich gar nicht anschaut. Ich weiss es nicht, da ich ihn ja ums Verrecken nicht ansehen will. Wäre ja nicht so abwegig, zumal ich einen anstrengenden Tag hatte und dementsprechend aussehe. Desweiteren bin ich hier schliesslich nicht die Ausnahme mit meinem europäischen Aussehen und dem dazugehörigen Pass. - Auch, dass der Mann sich ausgerechnet mir gegenüber gesetzt hat, scheint mir nicht mehr wirklich ein Zeichen der Anmache zu sein, immerhin befand er sich im Dilemma des 6er-Abteils:

Also, auf Sitz 1 sitze ich, als erste. Die nächste Frau nimmt auf Nummer 4 Platz, die dritte auf Nummer 3. Jetzt, der Typ, der springende Punkt: Er hat die Wahl zwischen a) sich direkt neben jemanden setzen (Nummer 5) oder b) sich direkt jemandem gegenüber setzen (Nummer 6). Sitz Nummer 2 wird gar nicht erst in Betracht gezogen, der ist ja zwischen zwei Sitzenden und somit ein allseitig anerkanntes No-Go. Was also tut der Mann? - Diese schematische Darstellung lässt logisch darauf schliessen, dass ers ich auf Platz Nummer 6 setzten muss, denn gegenübersitzen ist längst nicht so aufdringlich wie nebensitzen, wenn man noch einen Platz auslassen könnte.
Während ich mir das überlege, sind wir bereits am Halten, und als ich aufblicke, hat er sich schon erhoben, er hält mir die Zwischentür auf beim Aussteigen, und weg ist er, ohne auch nur ein Wort gesagt zu haben.
Mittwoch, 6. Mai 2009
Wo man so hingehen kann
Heute hatten wir mal wieder eine tolle Werbung in unserem Briefkasten, nämlich vom ALAN Grossmarkt, die jetzt eine Frühlings Aktion haben, im ganze Teppich sortiment (aber nur solange vorrat!). Laut dem Flyer ist es "Ihre 2'te Adresse", was ich zugegebener Massen zu erst nicht ganz verstanden habe. Welches wäre dann meine erste Adresse für Teppich und Fleisch? -Meine Mitbewohnerin hat mich glücklicherweise darüber aufgeklärt, dass damit wohl eher gemeint ist, dass der Laden nach meinem trauten Heim meine 2. Adresse sei.
Ebenfalls Post erhalten haben wir vom Heim für Menschen mit einer Behinderung im Fricktal. Ein sehr schönes Heim, nehme ich an, nur frage ich mich, was denn genau eine Behinderung im Fricktal ausmacht. Zum Glück gibt es für Leute mit einer nicht-fricktal'schen kognitiven Beeinträchtigung, wie das politisch korrekt heisst, noch andere Einrichtungen mit tollen Namen, mein Favorit: Das Behinda.

So, jetzt mache ich mich auf ins Exit, die Bar vis-à-vis.
Ebenfalls Post erhalten haben wir vom Heim für Menschen mit einer Behinderung im Fricktal. Ein sehr schönes Heim, nehme ich an, nur frage ich mich, was denn genau eine Behinderung im Fricktal ausmacht. Zum Glück gibt es für Leute mit einer nicht-fricktal'schen kognitiven Beeinträchtigung, wie das politisch korrekt heisst, noch andere Einrichtungen mit tollen Namen, mein Favorit: Das Behinda.

So, jetzt mache ich mich auf ins Exit, die Bar vis-à-vis.
Sonntag, 3. Mai 2009
Paranoiditäten
Ich sitze im Flugzeug von Amman nach Paris, und male mir böse Szenarien aus. Wahrscheinlich, weil ich müde bin, und weil bislang alles so gut läuft. Wenn ich ohne Verzögerung oder andere Umschweife nach Hause komme, dann ist der Bann gebrochen, der mich auf den letzten drei Heimreisen begleitet hat.
Schon um 00:30 Uhr, noch am Flughafen in Amman, hatte ich einen Mann gesehen mit Mundschutz. Er hatte ihn nicht angezogen, das Papier hing auf seiner Brust, nur die unteren zwei Bändel waren in seinem Nacken verschnürt. Zu erst sah ich ihn nur von hinten; er trug ein Paul Frank T-Shirt mit dem Affenkopf zwischen den Schulterblättern, und beim flüchtigen Hinschauen schloss ich von der Schleife auf einen Bikinitop. Ich stockte, da Männer selten bis gar nie Bikinitops unter ihren Shirts tragen und auch nicht darüber, aber darum geht es nicht. Ich will nicht Gleichberechtigung ausrufen und nur noch Männer in Minis und Frauen oben ohne sehen, es war bloss meine erste Assoziation, also der Bikini, nicht die geschlechterspezifische Mode, und aufgrund der Konventionen wurde ich stutzig und blickte genauer hin. Und so entdeckte ich, dass der Typ einen Mundschutz umgebunden hat. Der jedoch wie ein Lätzchen bei Kleinkindern herunter hing. Vielleicht war es nur ein Gag, der Typ sah nicht aus wie ein ängstlicher Pandemie-Paniker, aber wer weiss.
Und plötzlich hatte ich das Gefühl, dass alle um mich herum niessten und husteten, -zwar halt, mich reizte es auch im Hals, war wohl die trockene Luft.
Und eben, wenige Stunden später, hoch über Kroatien (wage, aus der Luft gegriffene Schätzung!), das Flugzeug gleitet ruhig daher, wendet sich die Kabinencheffin via Lautsprecher an die Passagiere und fragt nach einem Arzt. Ein paar Sitzreihen vor mir neigt sich der schöne Flightattendant über einen Passagier, ich sehe nichts, höre nichts, und -glücklicherweise- rieche nichts.
Mir fällt die Episode von House M.D. ein, wo er ebenfalls im Flugzeug ist, einem Passagier geht es schlechter und schlechter, eine vermeintliche Krankehit breitet sich rasend schnell unter allen Reisenden aus, sie können nicht landen, da sie über dem Ozean sind. Das könnten wir zumindest, denke ich, und als ich wieder aufblicke, sehe ich neben dem Flightattendant noch eine etwa 50jährige Frau und einen ca. 45jährigen Mann, anscheinend die gefundenen Ärzte. Sie schauen zwar ernst, scheinen aber keine Angst vor Ansteckung zu haben.
Beruhigt schlafe ich ein wenig; geweckt werde ich, als mir ein Tablett mit Frühstück vorgesetzt wird. Kurz eine Anmerkung: ich bin bislang mit Air France ausgesprochen zufrieden, alles hat geklappt, alle waren nett, vor allem der hübsche Steward, der mir den Notausgang erklärte; nur ein Detail schien schief gelaufen zu sein: ich hatte mich beim Buchen als "Vegan" eingetragen (Vegetarier stand nicht zur Auswahl), jedoch schon auf den Hinflügen das koschere Mahl erhalten. So auch jetzt: Koschere Brötchen, koschere Omelette, koschere Konfitüre.
Die Stewardess schaut mich etwas komisch an, als sie mir das Essen hinstellt; wahrscheinlich kriegen das sonst nur Männer mit Hut und dunklen Locken. Und der Araber neben mir mustert mich kritisch aus dem Augenwinkel. Wobei, das bilde ich mir vieleicht auch nur ein, weil aus dem Augenwinkel kann man gar nicht neutral schauen, das sieht immer kritisch aus, auch wenns nur ein kleines, unauffälliger Rüberschauen ist.
Meine Blicke vorhin waren demnach auch nicht netter. Ich hab immer unauffällig zu ihm gekuckt, da ich zur Toilette musste, aber er war am schlafen, und jetzt ist er wach aber da steht dieses Essen vor uns. Eigenlich hätte ich ihn gerade anstarren können, er hat ja geschlafen, aber das macht man nicht, finde ich. Auch nicht, wenn die Blase drückt, mehr schauen macht das auch nicht besser.

Ja jedenfalls bin ich auf dem Flug zu weniger Schlaf gekommen als vielleicht gut wäre, nicht nur wegen des kulinarischen Zwischenspiels sondern auch, weil ich mich an die Editierung von Shirley and Stacey's neuestem Werk machte, einem einmalig-aussergewöhnlichen Musikvideo voller spontaner Tanzeslust, hier ersichtich (diesmal also ohne Tutorial! Ganz allein gemacht haben die das, mit ein wenig Unterstützung von Dr. Phil alias Björn und Herrn Müller alias Benny):
http://www.youtube.com/watch?v=NLpwcWGWIl4
Schon um 00:30 Uhr, noch am Flughafen in Amman, hatte ich einen Mann gesehen mit Mundschutz. Er hatte ihn nicht angezogen, das Papier hing auf seiner Brust, nur die unteren zwei Bändel waren in seinem Nacken verschnürt. Zu erst sah ich ihn nur von hinten; er trug ein Paul Frank T-Shirt mit dem Affenkopf zwischen den Schulterblättern, und beim flüchtigen Hinschauen schloss ich von der Schleife auf einen Bikinitop. Ich stockte, da Männer selten bis gar nie Bikinitops unter ihren Shirts tragen und auch nicht darüber, aber darum geht es nicht. Ich will nicht Gleichberechtigung ausrufen und nur noch Männer in Minis und Frauen oben ohne sehen, es war bloss meine erste Assoziation, also der Bikini, nicht die geschlechterspezifische Mode, und aufgrund der Konventionen wurde ich stutzig und blickte genauer hin. Und so entdeckte ich, dass der Typ einen Mundschutz umgebunden hat. Der jedoch wie ein Lätzchen bei Kleinkindern herunter hing. Vielleicht war es nur ein Gag, der Typ sah nicht aus wie ein ängstlicher Pandemie-Paniker, aber wer weiss.
Und plötzlich hatte ich das Gefühl, dass alle um mich herum niessten und husteten, -zwar halt, mich reizte es auch im Hals, war wohl die trockene Luft.
Und eben, wenige Stunden später, hoch über Kroatien (wage, aus der Luft gegriffene Schätzung!), das Flugzeug gleitet ruhig daher, wendet sich die Kabinencheffin via Lautsprecher an die Passagiere und fragt nach einem Arzt. Ein paar Sitzreihen vor mir neigt sich der schöne Flightattendant über einen Passagier, ich sehe nichts, höre nichts, und -glücklicherweise- rieche nichts.
Mir fällt die Episode von House M.D. ein, wo er ebenfalls im Flugzeug ist, einem Passagier geht es schlechter und schlechter, eine vermeintliche Krankehit breitet sich rasend schnell unter allen Reisenden aus, sie können nicht landen, da sie über dem Ozean sind. Das könnten wir zumindest, denke ich, und als ich wieder aufblicke, sehe ich neben dem Flightattendant noch eine etwa 50jährige Frau und einen ca. 45jährigen Mann, anscheinend die gefundenen Ärzte. Sie schauen zwar ernst, scheinen aber keine Angst vor Ansteckung zu haben.
Beruhigt schlafe ich ein wenig; geweckt werde ich, als mir ein Tablett mit Frühstück vorgesetzt wird. Kurz eine Anmerkung: ich bin bislang mit Air France ausgesprochen zufrieden, alles hat geklappt, alle waren nett, vor allem der hübsche Steward, der mir den Notausgang erklärte; nur ein Detail schien schief gelaufen zu sein: ich hatte mich beim Buchen als "Vegan" eingetragen (Vegetarier stand nicht zur Auswahl), jedoch schon auf den Hinflügen das koschere Mahl erhalten. So auch jetzt: Koschere Brötchen, koschere Omelette, koschere Konfitüre.
Die Stewardess schaut mich etwas komisch an, als sie mir das Essen hinstellt; wahrscheinlich kriegen das sonst nur Männer mit Hut und dunklen Locken. Und der Araber neben mir mustert mich kritisch aus dem Augenwinkel. Wobei, das bilde ich mir vieleicht auch nur ein, weil aus dem Augenwinkel kann man gar nicht neutral schauen, das sieht immer kritisch aus, auch wenns nur ein kleines, unauffälliger Rüberschauen ist.
Meine Blicke vorhin waren demnach auch nicht netter. Ich hab immer unauffällig zu ihm gekuckt, da ich zur Toilette musste, aber er war am schlafen, und jetzt ist er wach aber da steht dieses Essen vor uns. Eigenlich hätte ich ihn gerade anstarren können, er hat ja geschlafen, aber das macht man nicht, finde ich. Auch nicht, wenn die Blase drückt, mehr schauen macht das auch nicht besser.

Ja jedenfalls bin ich auf dem Flug zu weniger Schlaf gekommen als vielleicht gut wäre, nicht nur wegen des kulinarischen Zwischenspiels sondern auch, weil ich mich an die Editierung von Shirley and Stacey's neuestem Werk machte, einem einmalig-aussergewöhnlichen Musikvideo voller spontaner Tanzeslust, hier ersichtich (diesmal also ohne Tutorial! Ganz allein gemacht haben die das, mit ein wenig Unterstützung von Dr. Phil alias Björn und Herrn Müller alias Benny):
http://www.youtube.com/watch?v=NLpwcWGWIl4
Freitag, 1. Mai 2009
Go Hannah!
Übrigens: nur weil ich grad in Amman bin, bin ich trotzdem up to date! Totally in ist also Hannah Montana - the movie. Wir haben schon die DVD gekauft, jedoch noch nicht geschaut. Aber wir sind bereit für den Kinobesuch morgen abend! Meine Freundin Stacy und ihre Mitbewohnerin Shirley haben schon den Hoedown Throwdown gelernt; hier ist der Beweis (nicht nur, dass wir den Tanz im Griff haben, sondern auch, dass wir modisch immer voll dran sind):
http://www.youtube.com/watch?v=E3gbqtpk9v0
Das Step-by-Step-learn-video ist hier zu finden:
http://www.youtube.com/watch?v=lkITjgLiqkM
http://www.youtube.com/watch?v=E3gbqtpk9v0
Das Step-by-Step-learn-video ist hier zu finden:
http://www.youtube.com/watch?v=lkITjgLiqkM
Ein Tag in Petra, finally

Da dies nun meine 3. Woche in Jordanien ist, hielt ich es für fast schon unabdingbar, nach Petra zu fahren. Vor allem, da ich vor kurzem einen Franzosen getroffen habe, der 3 Tage in diesem Land verbringen wird, allesamt in Petra. Und nachdem ein Bekannter von Jerusalem seine Fotos von Petra auf facebook geladen hatte unter dem Titel "The most amazing place I've ever been!", da kaufte ich mir ein Busticket und nun bin ich hier. Genauer gesagt sitze ich auf einem Fels und geniesse die "VIEW The End Of The World". Leider ist die Sicht nicht ganz klar, sonst könnte man vielleicht bis zu- nein, ich weiss nicht, wohin man sehen könnte. Habe keine Ahnung, in welche Richtung ich blicke, und ich will desshalb auch keine Annahmen machen. Ich weiss nur, dass es wunderschön ist, so schön hatte ich mir das Ende der Welt nicht vorgestellt, eher ihr Anfang. Obwohl, das ist wohl bloss eine Folge all der apokalyptischen Darstellungen, wer sagt denn, dass nicht die Schönheit obsiegt? Wie in einem Film mit happy end. -Ich vergesse nur meist das Ende von Dingen, von Filmen und Büchern, von Diskussionen, vielleicht würde ich sogar das Ende der Welt vergessen, und deshalb behalte ich es lieber als ihren Anfang in Erinnerung.
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