Ob er gerne Crème und Zucker hätte, hat meine Kollegin den Gast gefragt, und er hat geantwortet: "Schwarz! Das soll ja bekanntlich schön machen." Ich stand mit dem Rücken zu ihm und habe gesagt: "Kalt. Kalter Kaffe soll schön machen, nicht schwarzer. Regen und kalter Kaffe." Sprüche bezüglich sonniger Kindheit oder "Aber aufpassen, dass es nicht kitschig wird!" habe ich mir verkniffen. Obwohl's mir auf der Zunge gelegen hätte.

Sonntag, 23. August 2009

Von Sportarten und deren Auswirkungen

Vor ein paar Tagen habe ich mich mit Freundinnen über Sport unterhlaten (jawoll, auch Frauen tun das!). Nämlich möchte eine von ihnen ihre Ausdauer verbessern, und dazu will sie joggen gehen, obwohl sie Joggen hasst, aber sie hofft, es –auf wundersame Weise- bald mögen zu können. Ich will sie keineswegs demotivieren, im Gegenteil, aber ich sehe dem geplanten Unterfangen mit wenig Zuversicht entgegen. Nur leider weiss ich nicht so recht, was ich ihr stattdessen hätte raten können. Selbst mag ich joggen nämlich. Viel lieber als z.B. schwimmen, das finde ich langweiliger. Beim Joggen kann ich an irgendetwas denken, die Gegend betrachten, andere Fussgänger begutachten, ich kann anstehende Entscheidungen überdenken und mein Leben planen (zugegeben, das tue ich nicht, aber ich könnte zumindest) – ich kann auch an gar nichts denken. Wohingegen beim Schwimmen ich mich konzentrieren muss: auf das Atmen, auf allfällige entgegenkommende Schwimmer,... ok das war alles. Ich muss mich also auf nicht viel konzentrieren, und dann auch noch auf so Langweiliges, aber es ist genug, mich von sonstigem Denken abzuhalten, und nichts denken kann ich somit auch nicht. Schwimmen ist echt eine ziemlich doofe Sportart. Und trotzdem war ich letzin daran, ich wollte wissen, ob ich einen Kilometer schwimmen mag, und ich habe mich (in einer Laune mal wieder) für einen kleinen Triathlon angemeldet, also muss ich doch ein wenig trainieren. 40 Längen also sollten es sein. Ich schaffte es, benötigte dazu aber eine geschätzte Ewigkeit, und ich war ziemlich sicher, dass das keine blosse Gefühlstäuschung war aufgrund von Langeweile bei der Tätigkeit, ich war wirklich sehr sehr lange im Wasser gewesen. Nun ja, immerhin hatte ich es durchgestanden.
Und vorgestern ist mir dann aufgefallen, wieso ich so lange gebraucht hatte: es war ein gottverdammtes 50 Meter-Becken!! 20 Längen hätten gereicht!!! Ich Tubel war so vertieft gewesen in das Atmen und Ausweichen und Zählen, das ich nicht überlegt hatte. Ich bin sogar zu blöd für’s Schwimmen!
Das fand ich dann doch ziemlich schlimm. Weil, ich möchte nicht blöd sein. Und eigentlich glaube ich auch nicht, dass ich vollständig blöd bin, immerhin habe ich gestern sogar im Futur 2 geredet, völlig intuitiv und dabei noch richtig, und das kann doch nicht jeder. Es war mir auch sogleich aufgefallen, dass ich diese rare Zeitform verwendet hatte und ich wusste (aus freudiger Überraschung) nichts besseres, als gleich laut zu sagen: „Das war Futur zwei!“, worauf mich mein Gegenüber ein wenig verwirrt ansah. Das kann ich ihr auch nicht übel nehmen, immerhin waren wir eigentlich in einer Diskussion über’s Heiraten und tolle alte Eheleute vertieft (ich sagte, bezüglich eines gemeinsamen Bekannten, der immer sehr sehr toll mit seiner Frau umgeht, mit der er seit ca. 30 Jahren verheiratet ist: „Ich will, dass ich genau so einem Mann geheiratet haben werde, wenn ich alt bin!“), und dann kommt dieser Grammatikscheiss von mir – ja, sie darf komisch kucken. Und übrigens: nein, es ist kein aufgesetztes Intellektgetue, dass ich den Satz genau so formuliert habe, nämlich hätte „Ich hoffe, dass ich mit genau so einem Mann verheiratet sein werde, wenn ich alt bin!“ (herkömmliches, alltägliches Futur 1) etwas daneben gezielt; wir sprachen nämlich von der Hochzeit und erst in zweiter Linie vom Ehedasein, ich wollte also bewusst betonen, dass es noch auf den ursprünglichen Event des Heiratens zurückzufürhen sein sollte, und nicht nur auf den dann herrschenden Zustand.

Und manchmal, da frage ich mich, ob blöd sein nicht doch besser wäre.
Oder müsste es heissen: einzusehen, dass man blöd ist?

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